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Tschüss Riester, hallo Altersvorsorgedepot – was die größte Rentenreform seit Jahren für dich bedeutet

Hand aufs Herz: Hast du noch einen Riester-Vertrag? Und weißt du eigentlich noch, was drin steckt? Falls du gerade ins Leere schaust – keine Sorge, du bist in guter Gesellschaft. Die Riester-Rente war gut gemeint, aber in der Praxis für viele ein teures, unflexibles und ziemlich ungeliebtes Konstrukt. Mehr als jeder vierte der rund 15 Millionen verbliebenen Riester-Verträge wurde inzwischen gekündigt oder stillgelegt. Das spricht Bände.

Jetzt aber kommt frischer Wind aus Berlin – und zwar richtig. Ende März 2026 hat der Bundestag die größte Reform der privaten Altersvorsorge seit vielen Jahren beschlossen. Das Ergebnis: Ab Januar 2027 gibt es das sogenannte Altersvorsorgedepot – und das klingt nicht nur besser als Riester, es ist es auch. Wir erklären dir, was das bedeutet, was du jetzt tun solltest und warum das Thema auch für Schwaben relevant ist, die ihr Geld eigentlich lieber zweimal umdrehen, bevor sie es ausgeben.

Was war das Problem mit Riester?

Kurz zur Erinnerung: Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt, um die private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung attraktiv zu machen. Die Idee war gut. Die Umsetzung – naja. Hohe Abschlusskosten, komplizierte Förderbedingungen, kaum Rendite durch Beitragsgarantien und obendrauf ein Bürokratiedschungel, der selbst hartgesottene Buchhalter ins Schwitzen brachte. Ab 2027 kann man erstmals staatlich gefördert direkt in ETFs investieren – ohne teuren Versicherungsmantel. Und das ist eine echte Zäsur.

Das neue Altersvorsorgedepot – die wichtigsten Punkte auf einen Blick

Wer kann es nutzen?

Neben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern können künftig auch Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende vollumfänglich von der staatlichen Förderung profitieren. Bei Riester war das für die meisten Selbstständigen nicht möglich – es sei denn, sie waren pflichtversichert (z.B. Handwerker, Künstler in der KSK) oder über den Ehepartner mittelbar berechtigt, was jedoch an enge Bedingungen geknüpft war. Diese Hürde fällt mit dem neuen Altersvorsorgedepot endlich weg – und das ist einer der größten Fortschritte dieser Reform.

Wie funktioniert die Förderung?

Für Beiträge bis zu 360 Euro im Jahr gibt der Staat 50 Cent je gespartem Euro dazu, für Beträge darüber bis 1.800 Euro jährlich nochmal 25 Cent je Euro – insgesamt ist so eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr möglich. Zum Vergleich: Bei der alten Riester-Rente gab es pauschal 175 Euro Grundzulage – unabhängig davon, wie viel man einzahlte. Wer monatlich 100 Euro einzahlt, bekommt beim neuen Depot 390 Euro Förderung obendrauf – bei Riester waren es für denselben Beitrag gerade mal 175 Euro.

Für Familien wird’s noch besser: Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind wird bereits ab einer monatlichen Einzahlung von 25 Euro erreicht – das ist besonders für Familien mit niedrigerem Einkommen ein großer Schritt nach vorn.

Was steckt drin?

Erstmals kann man staatlich gefördert direkt in ETFs investieren – ohne Versicherungsmantel, ohne Beitragsgarantie und ohne die typischen Fehler der Riester-Rente. Das bedeutet: mehr Renditechancen, weil das Geld wirklich am Kapitalmarkt arbeiten kann. Wer lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann weiterhin Garantieprodukte wählen. Die Wahl liegt bei dir.

Was kostet das?

Die Kosten beim Standarddepot werden auf 1,0 Prozent gedeckelt – das ist deutlich besser als die bisherigen Riester-Verträge, bei denen teils 3 bis 5 Prozent an Gebühren anfielen. Verbraucherschützer hätten sich noch weniger gewünscht, aber der Unterschied zur alten Welt ist trotzdem erheblich.

Steuern: clever gestaltet

In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Kapitalerträge an – das Kapital bleibt vollständig investiert und kann die volle Kraft des Zinseszinses entfalten. Versteuert wird erst bei der Auszahlung im Rentenalter. Wer also über viele Jahre spart, profitiert enorm von diesem Steuerstundungseffekt.

Was passiert mit meinem bestehenden Riester-Vertrag?

Gute Nachricht für alle, die noch einen alten Vertrag haben: Nichts ändert sich automatisch. Für Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt ein Bestandsschutz – sie können wie gewohnt mit der bisherigen Förderung weitergeführt werden.

Gleichzeitig gibt es eine attraktive Option: Ein Wechsel in das neue Altersvorsorgedepot ist möglich, ohne dass bereits erhaltene staatliche Zulagen zurückgezahlt werden müssen. Das Wichtigste dabei: Riester-Vertrag niemals kündigen – das wäre die teuerste Variante, weil du dabei alle erhaltenen Zulagen zurückzahlen müsstest. Ob und wie ein Wechsel für dich sinnvoll ist, hängt von deinem konkreten Vertrag ab. Genau dafür sind wir da.

Was bedeutet das für dich – jetzt, vor dem Start 2027?

Noch läuft das alte System. Aber schon jetzt lohnt es sich, aktiv zu werden:

  1. Riester-Vertrag checken lassen. Weißt du, wie viel du bisher eingezahlt hast, wie hoch die Kosten sind und was unterm Strich wirklich bei dir ankommt? Falls nicht: Lass uns gemeinsam draufschauen.
  2. Vorsorgelücke einschätzen. Weißt du, wie groß deine Rentenlücke voraussichtlich sein wird? Viele unterschätzen sie massiv – besonders Selbstständige und Teilzeitkräfte.
  3. Strategie festlegen. ETF-Depot ohne Garantie oder lieber etwas Sicherheit? Wie viel willst und kannst du monatlich einzahlen? Diese Fragen solltest du nicht am Küchentisch lösen, sondern mit jemandem, der den Markt kennt.

Altersvorsorge ist kein Thema für übermorgen

Wir wissen: Altersvorsorge klingt nach grauem Haar und Gartenarbeit. Aber tatsächlich entscheidet sich die Qualität des Lebens im Alter vor allem in den Jahren davor – und zwar dadurch, ob man früh genug anfängt. Der schwäbische Satz „Man muss des Geld zusammenhalda“ gilt auch hier. Nur geht’s beim Altersvorsorgedepot eben nicht ums Horten, sondern ums kluge Anlegen – mit bis zu 540 Euro staatlicher Unterstützung pro Jahr.

Wir bei albfinanz begleiten dich dabei: unabhängig, transparent und ganz ohne Versicherungslatein. Meld dich einfach – persönlich in Reutlingen oder bequem per Video.

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Disclaimer: Keine Anlageberatung, Informationen basierend Stand April 2026

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